Blümchenguerilla

Im täglichen Kampf für eine bessere Welt

Flower

Archive for März, 2009

Der Bio-Supermarkt-Test

Tja, ich muss sagen, ich bin ein bisschen ernüchtert. Im Internet sieht das alles ganz toll aus (www.denns.de), aber nachdem wir den jetzt mal live in Augenschein genommen haben, hab ich so meine Zweifel, ob ich da öfter einkaufen gehen werde.

Zunächst mal ist das für einen Rheydter ohne Auto eine ziemliche Reise dahin und auf dem Rückweg hat man ja normalerweise ziemlich was zu schleppen. Die Auswahl da drin ist zwar der Knaller, es gibt ja so ziemlich alles, was es gibt, auch in Bio, aber die Preise… die Preise!

  • Paprika 6,90EUR/kg – *schluck*
  • 500g Brot 3,55EUR *schluck*
  • ein Paket Schinken (100g?) 5,95EUR *schluck*

Wir haben ein paar Sachen gekauft und auch lecker gegessen, aber das ist auf Dauer echt viel zu teuer. Und die Verpackungen lassen auch zu wünschen übrig. Müssen die denn aus dem selben Plastikzeugs und viel zu groß sein, genau wie bei den “normalen Produkten”? Was mich zusätzlich ein bisschen irritiert hat, waren die dicken Autos auf dem Parkplatz. Das hat den Eindruck von sehr viel Öko-Lifestyle-Trend noch verstärkt und da stelle ich mir schon die Frage, ob das jetzt dreimal so viel kostet, weil es wirklich dreimal teurer in der Produktion ist, oder ob wir da einen Fall von Apple-artiger Preispolitik vorliegen haben?

Zum Glück gibt es bei Plus, REWE und sonstwo in freundlicher Reichweite auch jede Menge Bio-Sachen – und das zu wesentlich humaneren Preisen. Mir ist klar, dass das mehr kostet als Durchschnitts-Discounter-Ware, aber da gibt es auch Grenzen.

Mein Favorit des Tages, ist diese hier und die ist von real ;)

Ritter Sport

Und wenn alles nichts mehr hilft…

Keep Calm and Carry On

Was anderes bleibt uns ja sowieso kaum übrig, wa? ;)

Kurz zur Erklärung: Das Poster wurde im zweiten Weltkrieg  in England von der Regierung herausgegeben, als der Angriff der Deutschen erwartet wurde. Ist also pure, britische Containance ;) Jetzt zur großen Krise erlebt es ein Revival. Dank ZEIT-Magazin hängt es auch bei uns im Arbeitszimmer.

Ich sach’s nur…

Klimawandel

Bio-Produkte im Selbst-Test

Ein neues Experiment steht an: Ich will Bio ausprobieren!

In Hagen hat sich der folgende Dialog mindestens fünf Mal ereignet:

Grüner Mensch: Möchtest du einen Apfel (einen Keks, eine Banane, einen Schluck Saft, ein Stück Schokolade)?

Ich: Nein, danke.

Grüner Mensch: Doch, nimm! Ist Bio!

Oder dieser Dialog (am Fr, am Sa und am So):

Ich: Ich hol’ mir jetzt eine Frikadelle (eine Curry-Wurst, ein Schnitzel).

Grüner Mensch: Nee! Echt? Musst du nicht machen! Wer weiß, was da drin ist?!

Ich: Äh… egal…  der Rhyme ist fett

Natürlich weiß das keiner so genau. Ich auch nicht. Und ich weiß auch, dass ich das nicht weiß. Aber irgendwie “lernt” man doch am besten durch Wiederholung und so fand ich die letzten Tage die Vorstellung eines Baguettes von gegenüber mit Thunfisch oder Schinken gar nicht mehr so toll. Ich hab Salat genommen, der war auch nicht Bio, aber naja.

Auf jeden Fall hab ich gestern dann mal bei Plus die Bio-Abteilung geplündert und lecker gekocht. Und das mache ich jetzt weiter, bis ich keine Lust mehr habe oder die folgenden Fragen mit nein beantwortet habe:

  • Fühle ich mich gesünder?
  • Fühle ich mich wie ein besserer Mensch?
  • Kann ich mir das leisten auf Dauer?
  • Kann ich es schaffen, eine Frikandel Speciaal eklig zu finden?

Der rote Ordner

Hehe, da hab ich gestern was lustiges im aktuellen Spiegel gelesen. DIE LINKE hat wohl an jeden Wahlhelfer bundesweit einen roten Ordner mit Anweisungen zum Wahlkampf verschickt. Darin stehen sinnvolle Anweisungen wie “Wir gehen ans Telefon, wenn uns jemand anruft” (werd ich demnächst mal testen!) und “Eine Schreierei am Infostand macht einfach einen schlechten Eindruck” (also nicht zu radikal, ne?). Der Knüller ist aber, dass man ruhig mit bunten Haaren und Piercings am Infostand stehen darf, aber nicht “unter Drogeneinfluss”. Schade eigentlich, eine Diskussion mit einem bedröhnten Linken, der nicht schreien darf, wär vielleicht lustig geworden ;)

Eine Schule für alle

Bis Sonntag Morgen beim Zähneputzen habe ich immer gedacht, das sei eine ziemlich fragwürdige Idee. Vor allem aus meiner sehr egozentrischen, oder nennen wir es ruhig egoistischen Sichtweise. Aufgrund partieller Überflieger-Qualitäten habe ich mich jahrelang in Deutsch und Englisch ziemlich gelangweilt. Und mein Gedanke war immer “Wäre das kein Gymnasium gewesen, hätten wir noch langsamer machen müssen, hätte ich uns noch mehr gelangweilt!”

Am Sonntag machte es allerdings laut Klick in meinem Kopf, als ich mir das Szenario mal wirklich vor Augen führte. Das war sicher Rita Süssmuths “Schuld” und die ihrer wirklich beeindruckenden Rede zur Bildungspolitik. Ich sah mich also mit 14 in solch einer “heterogenen Lerngruppe” und siehe da, ich langweilte mich nicht. Vielmehr saß ich bei einem Klassenkameraden am Platz und half ihm bei der gestellten Aufgabe. Und lernte ihn dadurch besser kennen. Und wiederholte nebenbei den Stoff, der sich durch das Erklären in meinem Kopf festigte. Und entwickelte meine soziale Kompetenz. Und dann dachte ich noch weiter. Die Überflieger-Qualitäten waren ja nur partiell! Die 14-Jährige, die mit großen leeren Augen und fingernagelkauend, weil verunsichert und beschämt in Geschichte, Physik und Mathe saß, habe ich bisher immer ausgeblendet. Wie das wohl gewesen wäre, wenn sich da einer zu mir gesetzt hätte, um mir zu helfen? Wie hätte ich dann wohl über diesen komischen Jungen gedacht, der so gut in Mathe und Physik war und mit dem ich nie ein Wort gesprochen habe, bis ich ihn letztes Jahr mal an der Tankstelle getroffen habe?

Ich hab’ meine Meinung geändert. Für mich ist es leider zu spät, aber nicht für jede Menge andere Kinder. Schade, dass so viele Menschen das Ganze völlig falsch verstehen und einen sozialistischen Gleichschritt befürchten und meinen, dass alle zum gleichen Abschluss getrieben werden, der sich am untersten Niveau orientiert. Dabei geht es doch gerade darum, die Kinder nicht im Gleichschritt zum Abschluss zu treiben, sondern individuelle Potentiale zu erkennen und zu fördern. Und ihnen länger die Chance zu geben, sich zu entwickeln und ihre Interessen zu wecken, statt sie mit zehn Jahren aufs Abstellgleis auf die Hauptschule zu schicken.

Und falls jetzt jemand nach dem Geld fragt, es gäbe da z.B. in NRW 42 Millionen, die könnte man mal dafür einsetzen, wäre ja ein Anfang…

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