Blümchenguerilla

Im täglichen Kampf für eine bessere Welt

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Ich bin keine Grasroot-Bewegung!

Ich weiß ja nicht mal, was das ist! Der Spiegel hat einen Artikel über mich über die Blogger, die bei Grünen-Veranstaltungen bloggen, geschrieben. Und ich bin seltsam berührt. Schon wieder ist es hämisch und spöttisch und schon wieder stehen Dinge darin, die schlicht falsch sind. Da heißt es z.B.:

Die Zulassung von Bloggern zu Partei-Events schafft darum nur die Illusion einer Gleichbehandlung, eines Ernstnehmens als Berichterstatter. Enttäuschend für die Polit-Strategen: Die meisten Blogger durchschauen das.

Achso, Mist, die haben mich reingelegt. Ich bin gar kein Journalist! Wie peinlich, dass ich das nicht wie die anderen Blogger durchschaut habe!

Oder:

Wie bei allen anderen Parteien erscheint also auch die Web-Aktivität der Grünen vor allem als Simulation von Web-2.0 und Community-Aktivität.

Huch, ich bin gar keine echte Bloggerin.

So meldete sich auf die Ausschreibung für den Hagener Parteitag kein einziger Blogger.

Noch schlimmer, es gibt es mich überhaupt nicht! *schluchz*

Bei den Bloggern handelt es sich aber sicher um eine Grasroot-Bewegung, die den Grünen ansteht.

Äh…? Siehe oben.

Per Kommentar hat der Schreiber es dann richtig auf den S*** bekommen, von wegen Journalisten bekommen ja nie Zuwendungen irgendwelcher Art, damit auch ja ihre Unabhängigkeit gewahrt wird. Kann ich nichts zu sagen. Aber ich weiß, dass meine einzige Info an dem Wochenende war “Bei dem, was du bloggst, bist du völlig frei”. Und ich hab geschrieben und veröffentlicht und es wurde nicht vorher geprüft. Und dass ich eine Fahrt und zwei Übernachtungen bezahlt bekommen habe, die ich sonst überhaupt nicht getätigt hätte, ist schon der Knaller. Dafür schreibe ich jetzt nur noch, was die Grünen wollen. Für immer.

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8 Responses to “Ich bin keine Grasroot-Bewegung!”

  1. April 9th, 2009 at 10:02

    truetigger says:

    Vielleicht hat der Spiegel inzwischen den Artikel revidiert, ich sehe:

    So meldete sich auf die Ausschreibung für den Hagener Parteitag kein einziger Blogger. Am Ende bloggten wieder zwei, so Koch, “Grünen-nahe” Blogger von der Parteiveranstaltung.

    Ganz unterschlagen haben sie Dich net, und “grünen-nah” musst Du Dir schon unterstellen lassen :)

    Generell ist nicht nur der Spiegel, sondern JEDES Print-Medium sehr kritisch gegenüber Blogs: es sind keine echten Journalisten, UND das Internet allgemein (und Blogs im Speziellen) schaufeln den Printmedien gerade das Grab. Kein Wunder, dass sie einen hämischen und fiesen Unterton haben.

    Bleib locker, in der Politik wird einfach mit harten Bandagen gekämpft.

  2. April 9th, 2009 at 10:05

    Frau D aus MG says:

    Aber ich meldete mich doch! Ich habe eine Beweis-Email! ;) Und außerdem hab ich alleine gebloggt, also noch ein Fehler.

    Und ich bin total locker. Und ich hab Spaß dabei, oder ist hier auch nicht die Ironie erkennbar? *kopfkratz*

  3. April 9th, 2009 at 10:51

    truetigger says:

    BTW: Kein Wunder, dass Dir “Grasroot” nix sagt – denn da hat der Qualitäts-Journalist vom Spiegel (naja, auf SpON lassen sie auch öfter mal die Praktikanten los, nicht jeder SpON-Author erscheint auch in der Printausgabe *g*) schlichtweg englisch und deutsch verwechselt:

    GrasSroots wird in den USA gern benützt, um die Blog-Szene zu beschreiben. Dort haben Blogs aber einen anderen Stellenwert, dort sieht die Medienlandschaft etwas anders aus, und einige leben tatsächlich von den Blogging-Erträgen, betreiben das also professionell. Da schauts hierzulande jenseits von Niggemeier ja eher düster aus, da tummelt sich dann nur noch das SEO-Geschmeiss.

    Grassroots falsch schreiben, dumpfes eindreschen auf die ach so dämlichen Blogger, garniert mit ein paar Tiefschlägen auf die Grünen, die ja momentan niemand so recht mag – der verlinkte SpON-Artikel ist für die Tonne. Kein Wunder, dass Gelegenheitsleser wie ich diesem Magazin nachlassendes Niveau unterstellen :) Ein klassisches Eigentor.

  4. April 9th, 2009 at 11:47

    shadaik says:

    Naja, Grassroots sind jede politische Bewegung in einem etablierten Staat, die aus der Bevölkerung statt der Politik kommt. Die Proteste gegen Brent Spar oder Castor sind/waren Grassroot-Bewegungen und auch die Grünen stammen aus einem Zusammenschluss einer ganzen Reihe solcher Bewegungen aus den 70ern.
    Insofern “stehen die Blogger (als so genannter Grassroots-Journalismus) den Grünen an”.

    Der Unterschied zwischen dem Spiegel und mir in diesem Punkt: Der Spiegel hält das für negativ. Aber wie soll ein Pirntmagazin mit einem grottenschlechten Online-Ableger auch etwas von gutem Online-Journalismus verstehen? *zurückhäm*

  5. April 9th, 2009 at 11:48

    shadaik says:

    P.S.: ich muss echt ein Gravatar anlegen. Dieses automatisch generierte grüne Hakenkreuz geht ja mal gar nicht.

  6. April 9th, 2009 at 13:15

    truetigger says:

    @shadaik – immerhin ein grünes Hakenkreuz :)

    Always look on the light side of life!

  7. April 10th, 2009 at 15:20

    Lorelei says:

    Gnarf, das Deppendenglisch allein löst bei mir rotglühenden Hass aus: entweder grassroots oder Graswurzel – entscheide Dich, SpOn!

    Übrigens, Frau D aus MG: hatte ich erwähnt, daß wir zwei die gleiche Jacke tragen? Es lebe die Girlie-M65 mit Strass-Schmetterling! :-)

  8. April 10th, 2009 at 17:47

    Frau D aus MG says:

    Genau! Ich war so froh, dass ich sie letzte Woche endlich wieder ausführen konnte! Zum Schmetterling hat sich allerdings neuerdings ein grüner “Mit mir wird’s was”-Button gesellt :)

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