Blümchenguerilla

Im täglichen Kampf für eine bessere Welt

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Heile Welt statt Unruhen am Niederrhein

Der 1.Mai in Mönchengladbach – ein friedlicher, sonniger Tag. Ein Tag, an dem man zwar durch Trillerpfeifen und Parolen ans Fenster gelockt wird, aber sich von so einer zahmen Demo nicht schocken lässt. Nach ein paar großen Worten vom Bürgermeister, vom verdi-Mann und von noch jemandem (ich war da ziemlich abgelenkt), gab es dann Live-Musik und internationales Essen im Sonnenschein. Und so habe ich bei Weinblättern und Schafskäsetaschen ein bisschen über die Krise diskutiert, mein Infostand-Durchführ-Wissen erweitert und mir schon wieder einen Sonnenbrand geholt. Ach ja, und Fair-Trade-Yogi-Schoko-Tee habe ich auch noch gekauft. Und einen Flyer von amnesty international habe ich mitgenommen. Dum di dum. Und nächstes Jahr fahre ich lieber nach Berlin. Vielleicht erwartet mich da die Wirklichkeit. Und vielleicht ziehe ich mir demnächst lieber einen Hut an, wenn mir die Sonne auf den Kopf brennt…

Demo 1. Mai
Die Grünen, die Linke und Attac friedlich in der Sache unterwegs

Grüner Infostand
Unser Bundestagskandidat und unsere Vorstands-Sprecherin

OB Norbert Bude
Unser Bürgermeister möchte Arbeit für alle bei fairem Lohn.
Wenn er jetzt noch das Einkaufszentrum und den Flughafen NICHT will, ist alles gut.

Die Randale-Frage

Übermorgen wird marschiert. Je nachdem, wen man fragt, wird es richtig heftig oder nicht anders als sonst am 1.Mai. Auf jeden Fall amüsiert mich die Diskussion und wenn ich nicht so ein friedliebender Mensch wäre, würde ich gerne ein bisschen trotz-randalieren. Nur um die Angie zu ärgen. Es wäre nämlich schon ziemlich blöd, wenn die Leute mit viel Einfluss einfach denken, die Menschen in diesem Lande bleiben ruhig und lassen sich noch so einiges gefallen. Peter Scholl-Latour sagt auch gerade im Fernsehen, der Franzose sei da grundsätzlich besser geeignet, sich zu wehren.

Aber auch hier in Mönchengladbach wird es eine Demo geben, ab 10:00 an der St. Josef Kirche. Danach gibt es noch eine Kundgebung auf dem Rheydter Markt und wenn sich alle noch lieb haben auch noch ein internationales Familienfest. Randalieren gehe ich dort nicht, aber gucken. Ich muss doch prüfen, ob es soziale Unruhen gibt oder nicht. Immerhin ruft sogar Attac auf, dort mitzumachen (“Wir zahlen nicht für eure Krise!”), das hab ich bisher hier in der Umgebung noch nicht gesehen.

Aber was soll das überhaupt sein, soziale Unruhe? Die haben wir doch schon längst. Außer den ganz Reichen und den ganz Armen sind doch alle unruhig, ob sie auf ihrem sozialen Level bleiben können in nächster Zeit. Oder fliegen hier am Freitag wirklich die Pflastersteine?

Nunja, Gladbach ist nicht Berlin, da werden andere wahrscheinlich mehr mitbekommen und hoffentlich gut auf sich aufpassen. Aber ich werde berichten.

Attac Plakat