Blümchenguerilla

Im täglichen Kampf für eine bessere Welt

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Das neue europäische Bio-Logo

And the winner is:

“Ab dem 1. Juli 2010 muss das Logo mit dem “Euro-Blatt” für Bioprodukte, die nach den EG-Rechtsvorschriften für den Ökologischen Landbau hergestellt wurden, zusammen mit der Angabe der Herkunft und dem Code der Kontrollstelle etikettiert werden. “

Quelle: European Commission

Zu diesem Logo gab es einen Wettbewerb, von dem ich leider nichts mitbekommen habe. Denn wenn ich mir die anderen beiden Wahlmöglichkeiten so anschaue, hätte unser Design-Bunny hier sicher locker etwas tolleres aus dem Ärmel geschüttelt. Aber ich finde dieses auch OK und werde dann also ab Juli meinen Blick schärfen, ob es denn auch auf den Sachen in meinem Einkaufswagen prangt ;)

Was ich nicht weiß…

… macht andere trotzdem unglücklich. Oder krank. Oder sogar tot.

Wir haben in unserem alltäglichen Leben ein großes Distanzproblem. Der Strom kommt aus der Steckdose, das Essen aus dem Supermarkt, die Klamotten von H&M und die CDs und Bücher aus dem Internet. Alles ist so schön günstig und wenn nicht hier, dann bestimmt woanders.

STOP!

Man muss sich nur mal vorstellen, die Distanz zur Herkunft unserer alltäglichen Dinge wäre plötzlich verschwunden.

Für ein Duplo oder eine Packung ChocoCrossies würden wir doch nie ein 9-jähriges  Nachbars-Kind einen Baum hochjagen und danach 10kg-Säcke schleppen lassen. Nein? Aber woanders lassen wir es zu.

Für einen leckeren Burger würden wir doch nie in unserem Hinterhof ein niedliches, kleines Kalb gewaltsam der Mutter entreißen, dann in der eigenen Scheiße stehend im Halbdunkeln mit viel zu wenig Platz mit Hightech-Futter maschinell vollstopfen, ihm verschiedene unnütze Körperteile abschneiden, um es dann irgendwann eingepfercht und verängstigt zum Schlachter zu bringen, wo es dann ebenso maschinell getötet und verarbeitet wird. Nein? Aber woanders lassen wir es zu.

Für den Strom, der aus der Steckdose kommt, damit wir unsere tollen Geräte aufladen und benutzen können, würden wir nie wollen, dass unsere Kinder und die unserer besten Freunde Atembeschwerden und Leukämie bekommen oder unseren Verwandten die komplette Ernte verdirbt, wenn wir doch wissen, dass sie davon leben müssen und ihnen dann beim verhungern zuschauen. Nein? Aber woanders lassen wir es zu.

Für das coole neue T-Shirt, das ja nur 10 EUR kostet (selbst wenn es 100 EUR kostet, muss das noch nix heißen), würden wir doch nie verlangen, dass unsere Eltern 16 Stunden am Tag für einen Hungerlohn in vollen, heißen Fabriken sitzen, dort ungeschützt mit giftigen Chemikalien hantieren und keinerlei Rechte haben.  Nein? Aber woanders lassen wir es zu.

Wir würden unsere Kinder nie das Wasser trinken lassen oder sie im Wasser baden, das wir im Bad den Abfluss runterrauschen lassen oder das die Chemiefabriken in die Flüsse leiten, damit alle tollen Produkte hergestellt werden können? Nein?  Aber woanders lassen wir es zu.

Klar haben wir immer die Entscheidung, was wir wann wo kaufen und es gibt auch Menschen, die leben komplett, ohne solche Dinge zu fördern, aber es ist auch so verdammt schwierig. Die Firmen lügen auf Verpackungen, in Anzeigen und Werbespots unverschämt das Blaue vom Himmel herunter. Jede Menge Entscheidungen treffen wir völlig unbewusst, weil uns jahrelang oder gar jahrzehntelang gewisse Dinge eingetrichtert wurden, so dass wir nicht mal auf die Idee kommen, sie mal in Frage zu stellen. Die Zusammenhänge der globalisierten Welt werden ja bewusst verschleiert. Und die Firmen schaufeln sich die Taschen voll. Klingt platt, ist aber so.

Wenn ich z.B. für eine Kanne Kaffee, 20 afrikanischen Familien das Trinkwasser wegnehmen müsste, 10 Bäume verbrennen, 20 Fische töten, 2 Arbeiter verprügeln und einem Kind verbieten müsste, in die Schule zu gehen, würde er mir gründlich im Hals stecken bleiben! Muss ich aber nicht.

Aber nachdenken kann ich. Wenigstens hier und da. Schonmal mit irgendwas anfangen. Ökostrom bestellen. Auch mal Bio ausprobieren. Nicht mehr zu McDonalds oder Burger King gehen. Mal wieder mit der Bahn fahren. Einfach mal testen und gucken, wie es sich anfühlt. Vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm. Und ohne dass es bei mir schlechter wird, wird es woanders vielleicht ein kleines bisschen besser. Und es verdient vor allem kein scheinheiliger Konzern mehr Geld mit meiner Unwissenheit und Untätigkeit.

Bio Zwischenstand

Unser Dezember-Experiment geht in die Verlängerung, denn erstens hat es Spaß gemacht und zweitens waren wir ja ab dem 25.12. in Zürich, weswegen ein echter Vergleich zu anderen Monaten ja gar nicht möglich ist. Die Hochrechnungen haben aber ergeben:

  • Lebensmittelausgaben lagen ca. 40% höher als im Durchschnitt (was viel klingt, aber kein wirklich hoher Betrag ist)
  • Ausgaben für “draußen was essen” dafür ca. 10% niedriger (liegt wahrscheinlich am Spaßfaktor und am kritischer beäugen der Lebensmittel, die einem da so angeboten werden)

Außer den reinen Fakten gibt es natürlich das gute Gefühl beim Essen, wegen der Welt, der Tiere und auch wegen des eigenen Körpers. Außerdem macht es Spaß, die ganzen unbekannten Sachen auszuprobieren. 1,5 kg abgenommen hab ich auch, ob das jetzt daran liegt, weiß ich nicht und das hatte sich dann zwischen Weihnachten und Silvester sowieso auch wieder erledigt ;)

Heute gibt es Lasagne mit Bio-Lachs, Bio-Spinat, Bio-Nudeln und Bio-CrèmeFraîche. Mal schauen :)

Es gibt Bio, Baby

Wir haben den Dezember zum Bio-Test-Monat auserkoren. Letztens haben wir nämlich hier in der Nähe einen Bio-Supermarkt entdeckt und erkundet. Und der war preislich gar nicht so abschreckend wie der in MG und deswegen einen weiteren Versuch wert. Er sieht ein bisschen knüsselig aus, ungefähr wie ein altes Aldi, aber wir wollen ja Inhalte und keinen schönen Schein. Bis jetzt haben wir dort so ziemlich alles gefunden, was wir brauchen, auch wenn das momentan hauptsächlich Mandarinen sind. Im Supermarkt befindet sich auch ein Bio-Metzger mit einer netten Metzgersfrau aus Willich, die uns schon leckeres Putenfilet und Schweineschnitzel verkauft hat. Beides preislich überhaupt nicht zum Umfallen.

Diesen Monat funktioniert das dann so: Alles, was wir zu essen kaufen, muss aus dem Bio-Supermarkt sein. Was es dort nicht gibt, darf auch von woanders sein, aber muss Bio sein. Was es gar nicht in Bio gibt, muss Ökotest “sehr gut” oder “gut” haben. Alles andere wird von der Einkaufsliste gestrichen. Essen gehen ist auch erlaubt, aber nicht bei Mc Donald’s ;) Wenn der Monat rum ist, schauen wir, wie viel mehr Geld wir ausgegeben haben und ob wir das weiter so machen.

mandarinen

Bisher ist alles prima. Und die berühmten Butterbrote sind noch leckerer als sonst ;)

Chili con Carne sin Carne

Fleischloses Chili – ein Experiment: Via Twitter in Windeseile ein paar Tipps für Hackfleisch-Ersatz bekommen, die bessere Hälfte zum Supermarkt geschickt und eben dann selbst an den Herd, fertig los!

Chili con Carne sin Carne
Soja-Schnetzel sollen’s richten. Das andere hackfleisch-ähnliche Erzeugnis gab es nicht. Der Rest ist nichtmal Bio, lieber keinen Schock provozieren!

Chili con Carne sin Carne
Äh, ich fragte doch nach Ersatz für Hackfleisch? Hab ich aus Versehen Haferflocken geschrieben?

Chili con Carne sin Carne
Mit Zwiebeln und Knoblauch riecht es schonmal lecker

Chili con Carne sin Carne
Mit Tomaten nimmt es auch optisch Form an…

Chili con Carne sin Carne
Sieht sich selbst immer ähnlicher…

Chili con Carne sin Carne
Und schmeckt echt lecker!

Nächste Station ist der Tommi. Wenn er es isst (alles!), hat es gewonnen! :)