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Fast wieder zu Hause
Oooh, diese Ungeduld. Seit fast drei Wochen hause ich nun ab und zu mit Matratze, Esstisch und voll ausgestattetem Badezimmer in der neuen Wohnung in MG. Das ist zwar schön, weil ich nicht so früh aufstehen muss, um zur Arbeit zu kommen, das ist aber auch ziemlich blöd so ohne Mate und ohne Internet und ohne meine ganzen Sachen. Der Kleiderhaufen ist ein wenig unkomfortabel und das leere Wohnzimmer ein wenig trostlos.
Aber übermorgen ist es soweit! Alle Sachen sind eingepackt, die Möbel abgebaut (der Mate haust also in einer genauso trostlosen Wohnung) und die Helferlein stehen parat. Und ich kann es nicht erwarten! Ich kann nicht schlafen, ich zähle die Stunden und bin total aufgeregt. Hauptsächlich vor Freude. Ich bin zwar auch ziemlich traurig, wieder aus Bochum wegzuziehen, weil es dort echt schön ist, aber es überwiegt definitif die Freude, wieder ein richtiges Zuhause zu haben. In der Nähe von Freunden und Familie. Und ein richtiges Leben. Das sich in der Woche nicht zu einem Drittel in der Bahn abspielt.
Auch wenn es viele Unkenrufe gibt. Ich mag Rheydt. Und ich bin froh, wieder hier zu sein :)
Abschied schwer machen…
Fast alle haben ja gesagt, wir sollen den Sommer in Bochum abwarten, bevor wir uns entscheiden. Haben wir zwar nicht gemacht, aber am Samstag und gestern trotzdem mal die Vorzüge genossen. Zum Mate-Geburtstag gab es Kaiserwetter und natürlich ist es ganz wundervoll im sommerlichen Bochum. See, Strandbar, Cocktails… Haben wir ja auch nie dran gezwiefelt. Aber was spricht schon gegen einen Ausflug zum Kemnader See in Zukunft? Schließlich fahre ich die Strecke ja momentan täglich! :)
Vom Samstag gibt’s hier übrigens noch viel tollere Fotos!
Unter Bochum
Nicht nur unserem lieben Besuch aus der Schweiz wollten wir ein bisschen echte Pottkultur bieten, sondern auch uns selbst, denn wir haben ja auch nicht mehr lange etwas davon. Jetzt wo ich das so schreibe, bin ich sogar echt traurig. Nicht, dass ich das für eine falsche Entscheidung halte, aber ich habe Bochum und Umgebung schon lieb gewonnen, auch wenn ich nicht so viel davon hatte.
Am Sonntag zog es uns jedenfalls ins Deutsche Bergbau-Museum. Eigentlich wollten wir nach Gelsenkirchen in den Zoo(m), aber bei Regen und 8°? Och…
Und weil es da unten eh so schön gruselig und dunkel ist, habe ich mal meine Lieblings-Foto-App ausgereizt:
Should I stay or should I go?
Hach nee… Es ist so furchtbar kompliziert! Plötzlich taucht in unseren Köpfen der Gedanke auf, dass wir genauso wieder zurück nach Gladbach ziehen könnten. Der Master gestaltet sich für den Mate ein wenig anders als erwartet und erfordert nicht die prophezeite, vollkommene Anwesenheit. Und ich, ich wäre ja von alleine nie auf die Idee gekommen, nach Bochum zu ziehen. Wenn es ein Bochum-Mönchengladbach-O-Meter gäbe, würde es momentan zu ca. 120% auf Gladbach stehen. Allein dass die Frage in meinem Kopf lautet “Sollen wir wieder nach Hause ziehen?”, sagt ja schon so einiges.
Es gibt aber auch so viele Dinge, die ganz furchtbar nerven. Dass die Abende in der Woche nur drei Stunden haben. Dass wir für fast alle Treffen mit Freunden und Familie oder mit den Grünen einen Schlafplatz organisieren müssen oder zumindest ewig unterwegs sind. Dass ich mich hier nicht einleben kann, wenn ich so wenig freie Zeit hier verbringe. Dass es in der Wohnung einige sub-optimale Sachverhalte gibt, die Verwalterin aber alle Anfragen und Anmerkungen Volley nimmt und gnadenlos zurück schmettert. Und noch ein paar Dinge mehr…
Was aber außer netten Menschen, die jetzt näher sind und dem vielen Geld und der vielen Arbeit, die wir vor sage und schreibe sechs Monaten hier investiert haben, sehr für Bochum spricht, ist Bochum. Ich mag die Stadt sehr. Ich bin traurig, dass ich durch die Gladbach-Fahrerei hier nicht richtig ankommen kann. Dass ich nicht ausgiebiger durch die Straßen schlendern und die Gegend erkunden kann. Dass man hier so viele Möglichkeiten hat. Zum Essen. Zum Filme gucken. Zum Bier trinken. Zum irgendwas erleben. Nur kann ich das nicht ausnutzen, denn wenn ich nach 12 Stunden unterwegs nach Hause komme, sehne ich mich vor allem nach Essen und Couch. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Und der Mate auch nicht.
Was tun?
So sieht’s aus :)
Schon lange versprochen, aber einfach nicht geschafft. Hier sind die Bilder von der neuen Wohnung inklusive Einblick in den Zwischenstand des Renovierungsmarathons. Der Vormieter kriegt von uns noch bei Gelegenheit die goldene Handwerker-Zitrone verliehen. Unglaublich, was er da teilweise so angerichtet hat…
Das Wohnzimmer:

Vorher: Tapete, aber keine Farbe. Fußleisten auch nur da, wo man sie sehen konnte
Das Arbeitszimmer:

Vorher: Gruselige Beerdigungs-Gardinen, Tapeten, aber keine Farbe
Das Schlafzimmer:

Vorher: Tapeten, die abblättern, aber keine Farbe

Mittendrin: Zwischenlager für Mates und Mäuse
Das Badezimmer:
Der Flur:

Nachher: Schööön! Und groooß auch!
Die Küche:
Schöner Leben woanders
Sooo… Es ist soweit! Nachdem ich die geheime Geheimsache schon ca. 50 Leuten erzählt habe, sind nun auch die Vermieterin, der Chef und die Grünen informiert und es kann offiziell verkündet werden:
Der Mate und ich verlassen diese schöne Stadt am Niederrhein (I mean that) und ziehen in den Pott!

Bochum, wir kommen. Echt jetzt.
Auch wenn andere direkt das Land verlassen und ich da absolut nicht mithalten kann, find’ ich das schon ziemlich aufregend. Ich war nämlich noch nie länger als vier Wochen hier weg. Und das war in diesen seligen Zeiten, als ich noch sechs Wochen Sommerferien hatte.
Meine Recherche hat bisher schon folgende Bereicherungen meines Alltags ergeben:
- ÖPNV, der Rede wert
- Bermuda-Dreieck mit jeder Menge Essen und Happy Hours
- Studentenflair, der Rede wert
- ein richtiger Fluss
- eine aktive Greenpeace-Gruppe
So richtig groß unterscheiden sollte sich das Ganze ja nicht. Und über die Personen und Dinge, die mir fehlen werden, brauche ich glaub’ ich nicht viel zu sagen. Schnief…
Aber ich freu mich trotzdem. Großes Abenteuer! :)






























