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Ich bin keine Grasroot-Bewegung!
Ich weiß ja nicht mal, was das ist! Der Spiegel hat einen Artikel über mich über die Blogger, die bei Grünen-Veranstaltungen bloggen, geschrieben. Und ich bin seltsam berührt. Schon wieder ist es hämisch und spöttisch und schon wieder stehen Dinge darin, die schlicht falsch sind. Da heißt es z.B.:
Die Zulassung von Bloggern zu Partei-Events schafft darum nur die Illusion einer Gleichbehandlung, eines Ernstnehmens als Berichterstatter. Enttäuschend für die Polit-Strategen: Die meisten Blogger durchschauen das.
Achso, Mist, die haben mich reingelegt. Ich bin gar kein Journalist! Wie peinlich, dass ich das nicht wie die anderen Blogger durchschaut habe!
Oder:
Wie bei allen anderen Parteien erscheint also auch die Web-Aktivität der Grünen vor allem als Simulation von Web-2.0 und Community-Aktivität.
Huch, ich bin gar keine echte Bloggerin.
So meldete sich auf die Ausschreibung für den Hagener Parteitag kein einziger Blogger.
Noch schlimmer, es gibt es mich überhaupt nicht! *schluchz*
Bei den Bloggern handelt es sich aber sicher um eine Grasroot-Bewegung, die den Grünen ansteht.
Äh…? Siehe oben.
Per Kommentar hat der Schreiber es dann richtig auf den S*** bekommen, von wegen Journalisten bekommen ja nie Zuwendungen irgendwelcher Art, damit auch ja ihre Unabhängigkeit gewahrt wird. Kann ich nichts zu sagen. Aber ich weiß, dass meine einzige Info an dem Wochenende war “Bei dem, was du bloggst, bist du völlig frei”. Und ich hab geschrieben und veröffentlicht und es wurde nicht vorher geprüft. Und dass ich eine Fahrt und zwei Übernachtungen bezahlt bekommen habe, die ich sonst überhaupt nicht getätigt hätte, ist schon der Knaller. Dafür schreibe ich jetzt nur noch, was die Grünen wollen. Für immer.
Kleiner Fehler, großes Misstrauen
Seit einiger Zeit lese ich den Spiegel, mittlerweile schaffe ich es sogar bis über die Hälfte, bis der neue kommt ;) Und auch wenn man überall hört, wie sehr er abgebaut hat, dachte ich doch, es sei eine gute Möglichkeit, mich einigermaßen objektiv über das aktuelle Geschehen zu informieren. Aber nein, ich wurde enttäuscht. Die Ausgabe der letzten Woche enthält unter anderem einen leicht hämischen Artikel über den Streit der Grünen, ob es einen Ampel-Wahlkampf geben soll oder nicht. Soweit in Ordnung – jeder darf das finden und kommentieren, wie er möchte. Wenn man aber die Tatsachen ein wenig verdreht, um seine Meinung zu unterstreichen, ist das nicht mehr in Ordnung.
Da ich ja zufällig selbst auf der LDK in Hagen gesessen habe, kann ich wohl sehr genau beurteilen, was da abgelaufen ist. Der Spiegel schreibt: “Ständig wurde ihre [Renate Künasts] Rede von Zwischenrufen unterbrochen, der Parteilinke Robert Zion rief: ‘Wir gehen mit euch durch dick und dünn, aber nicht durch dick und doof!’ ” Ich schätze, es waren drei oder vier Zwischenrufe und das bei einer Redezeit von ca. 15 Minuten – unter ständig verstehe ich etwas anderes. Und Robert Zion hat das gerufen, allerdings nicht dazwischen, sondern nachher bei seiner Rede vorne auf der Bühne. Es ist nur eine Kleinigkeit, das ist mir klar, aber ich finde es sehr unseriös, die Fakten zu schminken, damit der Grundtenor des Artikels besser rüberkommt. Und jetzt kann ich doch nicht mehr glauben, dass die ganzen anderen Dinge auch wirklich so passiert sind…

