Posts Tagged ‘Firmenpolitik’
Kein Internet am Horizont
Nur ein kurzes Update:
Wir haben bei Vodafail nun alles getan, was wir konnten und wozu wir rechtlich verpflichtet sind. Statt sich aber irgendwie zur Sache zu äußern oder zum Beispiel nochmal einen Versuch zu unternehmen, uns an der Welt der Kommunikation teilhaben zu lassen, haben sie nur fröhlich trotz entzogener Einzugsermächtigung die doppelte Oktober-Rechnung abgebucht.
Die von uns beauftragte Telekom würde uns gerne am Dienstag anschließen kommen, das geht aber nicht, weil Vodafail die Leitung besetzt und keine andere mehr im Haus frei ist. Haha.
The Big Sellout – Der große Ausverkauf
Gestern Abend war mal wieder Zeit vor lauter Kopfschütteln nicht mehr klarzukommen. Dank DVB-T empfangen wir jetzt einsfestival, einen echt interessanten Sender, auf dem ich schon mehrere gute Dokus und Filme gesehen habe. Und dank taz-Empfehlung haben wir “Der große Ausverkauf” geschaut.
Ein ehrenwerter britischer Eisenbahner, eine tapfere philippinische Mutter, eine resolute Süd-Afrikanerin und jede Menge andere Menschen, berichten, wie die Privatisierung der öffentlichen Versorgung (Strom, Wasser, Verkehr) sich auf ihren Alltag ausgewirkt hat. Missstände, Unfälle, 300% steigende Preise, Patienten, die von Ihren Angehörigen im Krankenhaus versorgt werden, weil kein Personal da ist – Der Werbefilm der Weltbank, der die Privatisierung als Allheilmittel für das Gemeinwohl anpreist, wirkt zwischen diesen Bildern auch völlig unkommentiert wie die pure Satire.
Was hat die FDP nochmal mit der Pflegeversicherung vor…?
Hier der Trailer:
Man kann auch den ganzen Film stückweise auf Youtube gucken.
Noch einer…
Jetzt haben sie es aber alle auf mich abgesehen!
Gestern kam ein Schreiben von der Santander Bank, über die die Küchenfinanzierung von Schaffrath läuft. Darin werde ich benachrichtigt, dass mein Kreditkonto mit 8,95 EUR Recherchekosten belastet wird, weil ich meine aktuelle Adresse nicht mitgeteilt habe. Das angehangene Schreiben, das sie ursprünglich nicht zustellen konnten, ist ein Angebot, dass ich meine erste Rate auch 90 Tage später zahlen kann, wenn ich möchte.
Irgendwie stelle ich mir nun drei Fragen:
- Wieso hat Schaffrath die alte Adresse weitergegeben und nicht die neue, wo doch die Finanzierung erst im November beginnt und ich im September umgezogen bin?
- Wieso wurde mir der Brief nicht nachgesendet, obwohl ich doch bei der Post einen (kostenpflichtigen) Nachsendeauftrag laufen habe?
- Wieso soll ich Geld bezahlen, damit mir dieses unglaublich wichtige Schreiben mit einem unaufgeforderten Angebot zugestellt wird, das ich gar nicht haben will?
Die Liste der Firmen, über die ich mich noch nicht geärgert habe, wird immer kürzer. Und ich mutiere hier bald zu so einem fiesen Meckerer, der dauernd nur Protest-Briefe schreibt. So was Blödes!
Wie man uns von der Welt abschnitt und auch noch Geld dafür verlangte
Wir befinden uns momentan in der sechsten Woche ohne Telefon und Internet in der Wohnung. Dies ist besonders angenehm, wenn man bedenkt, wie viele Dinge man nach so einem Umzug telefonisch und online regeln muss und dass wir in eine Stadt gezogen sind, in der wir niemanden kennen und daher gerne mit der Heimat in regem Kontakt bleiben möchten.
Leider hat unser (hoffentlich bald Ex-)Provider, nennen wir ihn mal V., uns dies bisher nicht ermöglicht. Dabei fing es eigentlich ganz hoffnungsvoll an:
V: Sie benötigen einen Telekom-Techniker-Termin. Der Techniker kommt am 30.09.09 zwischen 8:00 und 16:00.
Wir: OK.
Der Techniker stand um 8:30 vor der Tür, schaltete und waltete und gab von Telekom-Seite aus grünes Licht.
Dann aber wurden wir viermal durch eine absurde, immerwährende Schleife des gleichen Vorgangs geschickt:
Wir: Unser Telefon funktioniert nicht.
V: Sie benötigen einen Telekom-Techniker-Termin. Der Techniker kommt am xx.yy.zz zwischen 8:00 und 16:00.
Wir: Sind Sie sicher? Er hat gesagt, es ist alles in Ordnung.
V: Ja, von uns aus ist alles OK!
Es kommt zum angegebenen Termin kein Techniker.
Wir: Der Techniker ist nicht gekommen.
V: Nein, die Telekom hat gesagt, das ist nicht nötig. Der Termin wurde abgesagt.
Wir: Das hätten Sie uns ruhig mitteilen können, dann hätten wir nicht umsonst den ganzen Tag gewartet. Und unser Telefon funktioniert aber nicht.
Und wieder von vorne.
Zwischendurch und scheinbar völlig unabhängig von oben beschriebenem Vorgang spielte sich auch noch folgendes zweimal ab:
V: Hallo Frau D., ihr Telefon funktioniert immer noch nicht, oder? Da scheint eine Störung auf der Leitung zu liegen. Sie bekommen am xx.yy.zz einen Sondertermin mit einem Techniker zwischen 8:00 und 12:00
Wir: OK.
Es kommt zum angegebenen Termin kein Techniker.
Wir: Der Techniker ist nicht gekommen.
V: Welcher Techniker? Welcher Sondertermin? Solche Termine vergeben wir gar nicht bei Umzugsaufträgen.
Nach rechtlicher Beratung haben wir schriftlich eine Frist gesetzt, in der die versprochene Leistung erfüllt sein soll und nach erfolglosem Verstreichen fristlos gekündigt. Das war am 30.10.09. Aber irgendwie scheint das V. nicht zu interessieren, denn wir haben darauf bisher keine Antwort erhalten.
Dafür gestern die Oktober-Rechnung über 90,00 EUR. Anschluss, Telefon und Internet für Mönchengladbach (sie hatten mir schriftlich bestätigt, dass das am 30.09. deaktiviert wird) und Anschluss, Telefon und Internet für Bochum (was bisher ja noch nie funktioniert hat).
Noch Fragen??!!
Mensch, du bist gefeuert!
Menschsein und Arbeiten lässt sich scheinbar immer weniger miteinander vereinbaren.
Auf einem Blatt stehen die Chefs, die ihre Mitarbeiter wegen Frikadellen, Maultaschen, Babybetten vom Sperrmüll oder Pfand-Bons entlassen möchten. Mitarbeiter, die jahrelang im Betrieb waren und nun ohne Abmahnung gehen sollen. Mir jedenfalls drängt sich hier ganz klar der Gedanke eines Vorwands auf.
Aber an einer anderen Front – und das finde ich mindestens genauso bedenklich – kämpfen die ganzen “Karriere-Coaches”. Sie empfehlen der arbeitenden Bevölkerung und denen, die gerne dazu gehören möchten, bestimmte Verhaltensweisen entweder an den Tag oder schnellstmöglich abzulegen.
Wir sind keine Menschen mehr heutzutage, wir sind eine perfekt gekleidete Effizienz-Armee mit dem Smartphone auf 24/7-Empfang! Wahlweise auch eine Armee von still gehorsamen Discount-Arbeitern, die für einen lächerlichen Lohn, von dem sie ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können, immer mehr und mehr Aufgaben übernehmen müssen.
Wer einmal an einem Montag Morgen getwittert hat, dass er müde ist, ist für die Wirtschaftswelt künftig untragbar. Keine Lust, dass der Urlaub schon zu Ende ist? Lieber Zeit mit der Familie oder den Freunden verbringen? Wie kann man es nur wagen, so etwas öffentlich zuzugeben? Ein Party-Foto im StudiVZ gehabt? Keine Chance mehr auf einen guten Arbeitsplatz! Frei haben wollen für einen Arzt-Termin? Sie haben wohl den Spirit unseres Unternehmens noch nicht verinnerlicht! Der Mensch hinter dem Arbeitnehmer muss jedenfalls bis zur Unkenntlichkeit verschwinden, sonst wird er sofort in Frage gestellt.
Ich weiß nicht, in wie vielen Betrieben ein Klima von Angst, Druck und Psycho-Terror herrscht. Es müssen eine Menge sein. Selbst, wenn man sich an all diese Regeln hält, hat man keine Garantie, dass alles gut läuft am Arbeitsplatz. Arbeitsbedingte psychische Erkrankungen nehmen immer weiter zu. Ich kenne einen, der musste sich jeden Montag Morgen vor der Arbeit übergeben, weil er so Angst hatte, seinem Chef zur Wochenanfangs-Besprechung gegenüber zu treten. Mittlerweile hat er Gott sei Dank einen anderen Job gefunden. Eine Freundin hat mir erzählt, dass sie gekündigt hat, weil sie die ständige Überwachung (Chipkarte, stündlicher Bildschirm-Scan, Telefoncheck) durch ihre Firma nicht mehr ertragen konnte. Heute Morgen hab ich noch gelesen, dass sich 25 Mitarbeiter der France Telecom sich wegen ihres Jobs umgebracht haben. Und wenn man sich mal die Gesichter der KassiererInnen in den üblich verdächtigen Discountern anschaut, sprüht da auch meist nicht gerade die pure Lebensfreude.
In was für einer Welt leben wir, wenn Menschen so fertig sind von der Sache, mit der sie täglich einen Großteil ihrer Zeit verbringen müssen? Wenn sie ihr gesamtes Leben nach den Profit-Zielen und CI-Regeln ihres Arbeitgebers ausrichten müssen?
Das Ganze ist doch irgendwie mal entstanden, weil der Dorf-Schreiner mehr zu tun hatte, als er alleine schaffen konnte und sich einen Gehilfen gesucht hat, dem er dann etwas von seiner Entlohnung abgegeben hat. Irgendwas hat sich da wohl falsch entwickelt im Laufe der Zeit…

